Ein Auszug aus dem Leben eines Essgestörten…

Mich haben einige gefragt, wie ich so meinen Tag gestalte. Nun… Als Arbeitsloser hat man jede Menge Zeit und leider viel weniger Geld.

Da ich euch ja hier in meinem Blog mehr oder weniger stets auf dem laufenden halte, dachte ich mir mal, ich erzähl euch was ich so den ganzen Tag esse.

Morgens zwischen 8 und 9 Uhr stehe ich auf. Frühstück sieht bei mir als Raucher so aus:
Kaffee und Kippe.
In der Klinik hab ich mir vorgenommen, dass ich morgens was esse. Daheim klappt das leider so gar nicht!
Mittags gehe ich dann zu meiner Mutter. Dort gibt es immer was zu essen. Mein Therapeut in der Psychosomatik meinte, dass ich dort nicht hingehen soll. Denn sobald ich dort bin, verfalle ich in mein altes Muster. Fressen bis zum umfallen!
In der Regel immer bis zu zwei Portionen… Meistens bekomme ich die Reste für daheim noch mit. Die verputze ich, wenn ich noch Lebensmittel daheim habe, auch sofort. Doch zuerst wird erst mal das Essen, dass ich bei meiner Mutter gegessen habe, auf die meine typische Art und Weise „entsorgt“. Direkt im Anschluss mach ich mich über die Reste von meiner Mutter her. Sind die gegessen, fängt das große kotzen erneut an…
Im Normalfall hab ich fürs erste vom kotzen genug, und versuche mich zu beherrschen, nicht noch weiter zu fressen.
Gegen Abend überkommt mich wieder eine Fress-Attacke. Ich mach mir 5-6 Scheiben Brot… Dazu Wurst… Käse… Und vielleicht einen kleinen Salat.
Kaum verdrückt, ihr ahnt es bestimmt, muss dieses Essen wieder raus!
Mein Vorteil ist, dass ich zum kotzen nicht mehr den Finger in den Hals stecken muss. Mein Reflux ist hinüber… Folgeschäden meiner Bulimie.
Nachdem ich wieder leer bin, überlege ich, was ich noch zu Essen da habe. Meistens ist dies irgendwas Süßes. Schokolade oder Kekse… Die dürfen natürlich nicht im Magen bleiben. Mit Wasser, ungefähr eine Flasche auf ex, kann ich diese süße Speise ebenfalls entsorgen.

Und so liebe Freunde, läuft das Tag für Tag. Sieben Tage die Woche… 365 Tage im Jahr.

image

Ich denke, man kann gut erkennen, dass ich mitten drin in der Bulimie stecke. Und ich mach keine Anstalten, diese irgendwie aufzugeben. Zu tief stecke ich in diesem Sumpf…

Bis zu meinem Aufenthalt in der Klinik Hohemark sind es noch knappe vier Wochen. Vier Wochen, in denen ich mir und meinem Körper alles abverlange… Meinem Körper zerstöre.
Ich denke es ist jedem klar, dass sich dringend was ändern muss

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Über donking1977

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5 responses to “Ein Auszug aus dem Leben eines Essgestörten…

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