Akzeptiere ich nicht…

Schon komisch… Von Tag zu Tag wird meine Laune schlechter. Wie bei jedem Klinik Aufenthalt werden meine Symptome schlimmer, um so näher die Entlassung kommt. 

Das ist nicht nur bei mir so. Geht vielen Patienten ähnlich… 
Beschützt von der berühmten Käseglocke, ist man stationär behutsam in Watte gepackt… Mit Medikamenten ruhig gestellt. Nähert sich die Entlassung, kommt die Angst in einem hoch, dem Leben da draußen nicht gewachsen zu sein. Panik kommt über einen… 
Seit Tagen werde ich stiller. In mich gekehrt, versuche ich all die Szenarien durch zu gehen die auf mich zukommen werden. Meist sieht das Ende nicht gut für mich aus… 

Ich kann so vieles akzeptieren. 

Ich akzeptiere, dass ich Depressionen habe… 

Ich akzeptiere, dass ich eine Essstörung habe… 

Ich akzeptiere, dass ich wohl mein Leben lang Angst vor allem möglichen haben werde… 

Was ich allerdings nicht akzeptieren kann… bin ich! 

Ich hasse mich mehr als alles andere auf dieser beschissenen Welt… 

Ich sehe mich als minderwertiges Produkt der Gesellschaft. Ein Stück Abschaum, dass hier auf Erden wandelt… Alle sind besser als ich.

Mir ist klar, mit dieser Einstellung wird es mit Sicherheit nicht einfacher. Ich mache mir das Leben schwer. Ich sehe die Hürden des Lebens doppelt so hoch, wie sie in Wirklichkeit sind… Nur um mich im Nachhinein dafür zu bestrafen, dass ich es wieder nicht geschafft habe. Dass ich wieder beim Versuch gescheitert bin. 
Mit dieser Einstellung werde ich nicht mehr weit kommen. Mein Selbsthass wird so niemals Platz machen für ein bisschen besseres Selbstwertgefühl. 

Irgendwann werde ich kläglich scheitern… 

Beim Versuch die von mir doppelt zu hoch gesteckte Hürde zu meistern. 

Irgendwann werde ich dann fallen… Und dann nicht mehr aufstehen können. 

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Über donking1977

Frankfurter aus Überzeugung... Blogger... Technik verrückt... Natürlich auch auf Twitter und Google+ zu finden. Zeige alle Beiträge von donking1977

13 responses to “Akzeptiere ich nicht…

  • miasraum

    Ich stehe jeden Tag auf! Ich hasse die Welt, hasse mich, hasse alles! Sei ehrlich zu dir! Begehe nicht den gleichen Fehler wie ich, BITTE!

  • donking1977

    Oh… Ich wusste nicht, dass du so darüber denkst. Obwohl ich es mir hätte denken können… 😏 Ich hasse mich ja nicht erst seit gestern. Seitdem ich denken und fühlen kann. Jeden Tag spüre ich den Hass in mir. Jedes mal wenn ich in den Spiegel schaue… Es ist unerträglich.

  • miasraum

    Nicht immer und nicht bei jedem Menschen:-) Bei dem Menschen, bei dem ich gerade bin:-)

  • Muertito

    Mir geht es auch so. Mein Selbsthass ist so groß, dass weder Raum für Liebe zu anderen noch für mich da ist. Das ist das Schlimmste für mich.

    Ich kann mich nicht auf mich verlassen, alsoverlasse ich mich auch nicht auf andere. Naja, und andere verlassen sich schon lange nicht mehr auf mich.

    Vielleicht kennt ihr das? Aber ich will nicht aufgeben: mir sind die Menschen, die an sich oder ihren Entscheidungen zweifeln oder gar verzweifeln lieber als die, die sich ihrer Sache immer sicher sind. Das finde ich komisch und recht blöd. Der andere Weg ist viel schwerer, mit mehr ‚wegweisenden und ispierenden‘ (=aller schlimmste Schicksalschläge und dauernd am oder im Abgrund wandern, sofern man voran kommt) Erfahrungen…. Sicher ist mein Leben nur beschissen: keine Freunde, von Familie komplett zurückgezogen, mehrere chronische Krankheiten, von denen mich eine in den nächsten 10-15 Jahren killen wird, Panickattäcken, Herzrythmusproblme, Essstörungen…

  • Muertito

    Aber ich habe mehr erfahren und viel mehr gelernt als jeder Gesunde. Und ihr auch! Ich bin viel toleranter, großzügiger und einfach lieber, gerade, wenn ich meine auch auf so ein Wrack wie zu treffen. Ich nehme die Sorgen und Ängste anderer wahr und respektiere sie, auch wenn ich es überhaupt nicht verstehen kann. Ich bin bin offener zu allen Religionen.
    Und ich denke: ihr auch.
    Ich will nicht aufgeben! Erst recht nicht, wenn ich vielleicht mal ein wenig ‚weniger mein aktuelles Ich‘ bin und vielleicht sogar fast ’normales‘ Leben führen könnte. Klar, niemals wie vorher. Aber ich könnte vielleicht anderen helfen, die so leiden wie ich jetzt. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, macht man nur, wenn man so durch ist wie ich (u. a. Depression Major, posttraumatische Belastungsstörung II, Panikattacken, sehr schlecht verheilte körperliche Traumata und Folgekrankheiten… Neidisch?! Spaß!).
    Vielleicht können wir und nur wir helfen, dass immer weniger Menschen nicht so leiden müssen wir wir…?

    Ich glaube, dass gleißendes Licht und tiefe Dunkelheit bloß Seiten einer Medaille sind, die unendliche Seiten hat. Alle sind schön und traumatisierenden schrecklich zugleich, also Neugier über Furcht 😉 wir packen das! Jeder auf seine Weise!

    Hoffentlich und vielleicht, das macht schon mal 0,001 Prozent Wahrscheinlichkeit! Go get em!

  • donking1977

    Jetzt, anderthalb Jahre nach diesem Eintrag hat sich bei mir in Sachen Selbsthass nichts getan. Ich stecke (mal wieder) in einer depressiven Phase. Hass kommt in mir hoch, dass ich wieder nichts auf die Reihe kriege… Dass ich wieder alles vor mir her schiebe, weil alles so ausweglos erscheint. Jeden Tag füttere ich den inneren Kritiker in mir…

  • Muertito

    Deshalb ist dein Blog ist ne scheißgute Idee!
    Danke! Und Hut ab für deinen Mut, das hier einzustellen.
    Und danke für den Raum sich auszutauschen!

    Richtig gut gemacht! Und das von einer depressiven Socke…

    👍🏿👏🏿🙏🏿🤗😲😍👏🏿👍🏿🙏🏿

  • Muertito

    Ich habe keine Lösung. Aber einen Weg um mich selbst zu überlisten:

    Das basiert darauf, dass ich keinen Suizid begehe, weil -hier kommt es –

    Wenn ich mir selbst schade, schade ich der Tochter meiner Mutter, der Schwester meiner Schwester, der einen Freundin, die ich habe… Vielleicht sogar einem Nachbarn oder so auch.

    Ich möchte diesen Menschen nicht schaden, also darf ich mir selbst nicht so schaden.

    Also fange ich an – nicht mich zu trösten – sondern den von diesen Menschen geliebten Depressiven, also mich.

  • Muertito

    Weiß nicht, ob das verständlich war und, ob es dir auch helfen könnte.

    Dann noch was „Eskapismus“, also in irgendeine „Welt fliehen“. Geht zwar nicht mit eigenen depressiven Gedanken, aber mit Filmen, Serien und Büchern. Die sehe ich dann entweder auf deutsch mit viel Lärm im Hintergrund, damit ich mich richtig konzentrieren muss und denSelbtshass für paar Momente vergess oder in einer anderen Sprache. Das lenkt mich enorm ab.

  • Muertito

    Hey ist echt kacke, dass es dir noch so geht. Aber das heißt, da oben ist etwas los, besser als wenn da nichts los wäre. Das heißt jemand in dir kämpft noch. Da jeder in dir du bist in einer anderen Facette heißt, du kämpfst noch heimlich, aber vielleicht mit den falschen Mitteln oder gegen den falschen Feind. Aber da steckt Power dahinter. Halte noch ein wenig aus, vielleicht findest du einen Weg das anders zu kanalisieren…

    Ich glaube, dass es unendlich viele Wege gibt und wir einfach nur zu wenige davon wahrnehmen. Sicher hast du deinen Weg oder deine Wege noch nicht so gut ausgemacht. Das macht nichts. Dann hast du halt länger geübt. 😉 Ich glaube, dass es etwas Besonderes ist, wenn man so tief fühlen kann. Wir müssen nur was Schönes daraus machen, mein Freund! 🤗

  • Muertito

    Und noch was: ich versuche nicht in den Spiegel zu schauen und ich versuche die Alpen von Problemen in kleine Hügel zu teilen, dann sind das halt n Haufen von Kleinvieh, für mich besser als so ein Riesending. Und ich freue mich über alles, was ich schaffe. Ehrlich, selbst wenn es nur duschen ist. Dann rieche ich das Duschgel und denke ‚oh wie schön warmes Wasser‘ und denke ‚oh wie gut ich mich jetzt fühle‘ klar knapp am NLP-Programm vorbei, aber manchmal hilft es ein wenig.

    Und wenn ichdann ein paar Tage oder Stunden nicht diesen Dauer-Energie-Fresser Selbsthass habe, bin ich ein wenig entspannter und kann dann doch manchmal wenigstens einen meiner Hügel bearbeiten.

    Und ich nehme mich selbst nicht so ernst und versuche über mich zu lachen, ist besser als sich selbst nieder zumachen.

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